Was ist Corratio – Bündnis für Imame und Seelsorger?

Corratio – Bündnis für Imame und Seelsorger ist ein von jungen TheologInnen mit muslimischem Hintergrund gegründeter bundesweiter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Hannover und Vertretungen in Münster, Essen, Berlin, Stuttgart und Frankfurt am Main.
Die Mitglieder des Vereins gehören unterschiedlichen Moscheegemeinden und Bewegungen an. Die Gründungsmitglieder sind u.a. auch Teil der Hizmet-Bewegung. Allerdings steht der Verein unter keinen Umständen in Verbindung mit der Hizmet-Bewegung. Er verfolgt keine politischen oder konfessionellen Absichten. Er ist politisch und konfessionell neutral und unabhängig. Rechtsgrundlage sind die deutsche Gesetzgebung und Rechtsprechung und keine externen Institutionen. Über die Interessen entscheidet die Mitgliederversammlung, die spätestens alle zwei Jahre stattfindet, und keine externe Organisationen.

Der Verein versteht sich nicht als „reformatorisch“, „liberal“ oder „konservativ“, sondern vielmehr als Teil der Gesellschaft und Lebensrealität, und bezweckt somit, die islamische Religion im heutigen Kontext zu verstehen und zu vermitteln.

Der Verein verfolgt nicht die Absicht, ein Gegengewicht zu muslimischen Verbänden und Initiativen zu sein. Er sieht seine Aufgabe lediglich darin  einen Beitrag für den deutschen Islam zu leisten. Er  erhebt nicht den Anspruch, den Islam in Deutschland zu vertreten. Er will Muslime verhelfen, kritisch nachzudenken, sie zu mündigen Menschen machen, ein pluralistisches Bild des Islams aufzeigen und klarstellen, dass Islam und Demokratie vereinbar sind, bzw. keine Gegensätze sind.

Das Motiv

Der Bedarf an muslimischen Theologen bzw. Imamen und Seelsorgern in Deutschland hat uns dazu angeregt, eine Interessengemeinschaft zu gründen, in der Absolvent/Innen der islamischen Theologie ihre Stimme erheben, um auf sich aufmerksam machen können. Es handelt sich um einen Zusammenschluss zur Wahrung und Förderung gemeinsamer Interessen.

Im Laufe der Jahre entstand auf allen Ebenen der Gesellschaft Bedarf an Beratung, Unterstützung und Aufklärung sowie an Krankenpflege, Altenpflege, aber auch an Prävention und Seelsorge. Auch wenn die DIK-Studie „Soziale Dienstleistungen der in der Deutschen Islam Konferenz vertretenen religiösen Dachverbände und ihrer Gemeinden (2015)“, welche bundesweite Moscheegemeinden über die sozialen Dienstleistungen befragte, zum Ergebnis kam, dass dort allein durch Ehrenamt und Spenden über 150.000 Menschen erreicht werden, sind wir der Meinung, dass hierzu vor allem im Hinblick auf die seelsorgerische Betreuung in den Justizvollzugsanstalten, Krankenhäusern und sozialen Diensten in der Jugendarbeit, Altenpflege, Elternberatung noch sehr viel Aufklärungsbedarf besteht.

Wir benötigen eine professionelle Arbeit, um diesen Bedürfnissen und Sorgen nachzugehen. So konzentriert sich der Verein mit seinen islamischen TheologInnen, muslimischen SeelsorgerInnen und SozialarbeiterInnen durch Veranstaltungen, Workshops, Symposien und Reisen sowie den Beratungsdienst für eine umfassende Aufklärungs- und Präventionsarbeit.

LEITGEDANKE

Die Tätigkeiten des Vereins erstrecken sich von der Beratung und Einzelgesprächen, bis hin zur Organisation von Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen über die Durchführung von Tagungen, Seminarveranstaltungen und Fortbildungen, der Erstellung und Verbreitung von Arbeitsmaterialien bis hin zur Förderung des interreligiösen und -kulturellen Dialogs.

Außerdem sollen Beratungsstellen, Akademien und Arbeitskreise geschaffen und Projekte, u.a. gemeinsame Gesprächsabende mit BürgerInnen verschiedenster kultureller Herkunft gestaltet werden, um den Dialog zwischen diesen Menschen zu eröffnen.

Der Verein möchte für die Politik, Gesellschaft, Religion und Medien als Ansprechpartner in Fragen zu islamischer Jugendarbeit, Seelsorge,, Soziale Arbeit, Altenhilfe, Elternberatung und Erwachsenenbildung zur Verfügung stehen.

Mitgliedschaft & Spende